CHILE: Roadtrip durch Patagonien

 

 

Das Bild, welches wir uns im Vorfeld von Chile gemacht hatten, bestätigte sich. Im Vergleich zu Peru und Bolivien gibt es deutlich weniger Armut, es fließt mehr Geld in Bildung und alles erscheint irgendwie fortschrittlicher. Obwohl uns gerade Länder, die einen gewissen Kulturschock garantieren, faszinieren, hielt der Süden des „langgestreckten Landes“ ein echtes Abenteuer für uns bereit.

 

Über San Pedro de Atacama ging es nach Antofogasta, wo wir uns zumindest einen kleinen Surf erhofft hatten.

 

 

Dann flogen wir nach Santiago de Chile, setzten uns jedoch sofort aus der Großstadt ab, um mit dem Bus direkt nach Viña del Mar/Valparaíso weiterzuziehen.

 

20181025_152228

 

Der Grund hierfür: Einen Studienfreund aus Augsburger-Sportlertagen hat es genau hierher verschlagen. Markus unterrichtet an einer Deutschen Schule und lebt mit seiner Frau Susanne und drei entzückenden Töchtern in Viña.

Überaus gastfreundlich aufgenommen (Vielen Dank!!), tat es gut, sich wieder neu zu sortieren und Pläne für die nächsten Wochen zu schmieden. Bereits in Cusco hatten wir andere Reisende getroffen, die uns vom Nationalpark Torres del Paine vorschwärmten. Hier hatte sich der Gedanke schon festgesetzt: „Wenn wir schon einmal in Chile sind, warum nicht nach Patagonien?“

Markus und Susanne hatten in Richtung Patagonien auch schon einiges erkundet, sodass sie uns auf die Idee brachten, den Trip mit einem Camper zu machen. Bei überaus exquisitem Weingenuss nahm der Plan dann Gestalt an (Der chilenische Wein ist wirklich empfehlenswert, nach über einem Monat Testphase sind wir nun Experten …).

Es stand fest, dass es nicht nur Berge werden sollen, deshalb entschieden wir uns dazu, zuerst an der Küste entlangzufahren und dann in Puerto Montt der Carretera Austral gen Süden zu folgen. Den Rückweg bewerkstelligten wir aufgrund der besseren Straßenverhältnisse größtenteils über Argentinien.

 

Carretera Austral

Die rund 1350 Kilometer lange Ruta 7 zieht sich direkt durch die atemberaubenden Landschaften Patagoniens. Mit streckenweise sehr ungemütlichen Schotterpisten brachte sie uns und vor allem unser Gefährt ziemlich ins Schwitzen. So viel vorweg, der Wicked-Camper hat die insgesamt gut 5000 Kilometer überstanden. Aber wahrscheinlich nur, weil Josef den heruntergebrochenen Auspuff (nach mehrmaligem Bodenkontakt) geschickt mit einem Stück Weidezaundraht fixiert hat…

 

 

Zusammenfassend lassen sich unsere Eindrücke folgendermaßen schildern:

Patagonien ist tatsächlich ein Gebiet der Extreme. Gewaltiger Wind, Regen und Sonnenschein wechseln sich manchmal im Minutentakt ab. Hinter jeder Kurve wird man von einem Spektakel an intensiven Farben und unwirklichen Szenarien – immer in Begleitung schneebedeckter Anden und zahlloser Fjorde – überrascht. Und besonders schön ist, dass man dies mit nur wenigen Touristen und Einheimischen teilen muss. Die nur spärliche Besiedlung machte es uns leicht, einsame und tolle Plätze zum Campieren auszumachen.

 

Fähre in Hornopirén

Wettermäßig zuversichtlich blickten wir der Fährüberfahrt entgegen. In vielen Reiseberichten liest man, dass dies vorbei an satten grünen Wäldern, Vulkanen und Wasserfällen ein Highlight sei. Obwohl uns das Wetter im Stich gelassen hatte, bekamen wir einen ersten Eindruck, wie üppig die Flora und Fauna Patagoniens ist. Für irgendetwas muss der Regen ja gut sein. Auch bei den ersten Wanderungen konnten wir es kaum fassen, wie groß die Farne sind und wie ursprünglich die Bewaldung ist, ein richtiger Urwald eben.

 

 

Vulkan Chaitén

Interessant waren auch die vom Wind geprägten Baumformen sowie Wälder, die nach Vulkanausbrüchen gut und gerne auch für irgendwelche apokalyptischen Fantasien herhalten könnten.

Den Vulkan Chaitén konnten wir leider nur bei strömendem Regen erkunden. Dennoch zeigte sich die grüne und bizarre Landschaft, welche immer noch von einer großen Eruption von vor zehn Jahren gekennzeichnet ist.

 

 

Nationalpark Queulat

Hier gibt es den berühmten „Veintisquero Colgante“, den Hängegletscher, zu besichtigen. Zwischen zwei anderen Bergspitzen eingeklemmt, gibt der Gletscher sein Schmelzwasser frei, welches hunderte Meter in den Abgrund stürzt.

 

 

Marmorhöhlen im Lago General Carrera

Die Marmorhöhlen gehören zu den außergewöhnlichsten Naturwundern dieser Erde. Der Wind und die wilden Strömungen des Lago General haben über mehr als 6000 Jahre hinweg ein Meisterwerk aus Stein, Farbe und Licht geschaffen. Das atemberaubende türkisfarbene Seewasser in Verbindung mit dem Marmorgestein macht diesen Ort unvergesslich.

 

 

Auf der Carretera Austral verspürt man ständig den Drang noch einen weiteren kurzen Stopp einzulegen, so schön ist die Umgebung. Den Blick in die Ferne schweifend, konnten wir es manchmal kaum fassen, an einem solchen Ort zu sein.

 

 

 

3 Kommentare zu „CHILE: Roadtrip durch Patagonien

  1. Wieder so überwätigende Beiträge. Vielen Dank! Manchmal frage ich mich ob ihr überhaupt noch aufnahmefähig seid?
    Auf jeden Fall wünsche ich es euch und viele weitere große Glücksmomente.
    Wir sind auch recht viel unterwegs, aber eher spontan und kurz. Am 20. Dez. fliegen wir nach Madeira zum Wandern.
    Darauf freue ich mich auch.
    Viele liebe Grüße, Maria

    Gefällt 1 Person

  2. Soooooo geile, atemberaubende, faszinierende, tolle und einzigartige Bilder und Videos! Katha – Josef, macht weiter so und inspiriert uns weiter so mit eueren Aufnahmen! Ich sauge dies geradezu auf und finde es einfach nur phenomenal, dass ihr uns so an euerer Reise teilhaben lasst! Genießt
    es – wir sind „mit“ euch! Eine schöne Weihnachtszeit, abseits von „unserer“ Welt und einen guten Wechsel ins Jahr 2019 voller neuer Eindrücke! Passt weiter auf auf Euch! Eure Franzi

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s